Domkapitel Aachen
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Eröffnungsvesper

Die Aachener Heiligtumsfahrt

Seit über 660 Jahren kommen Menschen als Pilger nach Aachen zur „Heiligtumsfahrt“. Ihr Ziel ist die Verehrung von vier Reliquien, die seit der Zeit Karls des Großen als Schatz im Aachener Dom aufbewahrt werden. Der Geschichte nach erhielt Karl die Reliquien um das Jahr 800 n.Chr. als Geschenk aus Jerusalem. Seit 1349 werden die Reliquien alle sieben Jahre den Gläubigen aus dem europäischen Raum und aus aller Welt gezeigt und dazu für den Zeitraum von zehn Tagen aus dem goldenen Marienschrein im Aachener Dom entnommen.

Die Reliquien, das sind alte Stoffe, die bezeichnet werden als:

  • das Kleid Marias aus der Nacht, in der Jesus geboren wurde
  • die sogenannten Windeln Jesu, mit denen Maria dem Kind Schutz gab
  • das Tuch, in das man den Kopf des heiligen Johannes des Täufers nach der Enthauptung barg
  • das Lendentuch Jesu, das er am Kreuz getragen haben soll

Für viele Christen ist die Heiligtumsfahrt seit jeher die Gelegenheit, Gemeinschaft der Gläubigen zu erleben und Glauben neu zu erspüren. Die vier Aachener Reliquien werden dabei als Zeichen der Erlösung durch Jesus Christus gesehen. Für alle Pilger, die nach Aachen kommen, war und ist die Frage nach der Echtheit der Reliquien dabei nie von Bedeutung. 

Mehr als 100.000 Pilger werden auch 2014 den Weg nach Aachen als Weg zum Glauben gehen und das Gemeinschaftserlebnis mit anderen Gläubigen in Aachen finden. Gottesdienste im Dom und auf dem Katschhof laden dazu ebenso ein, wie das umfangreiche Veranstaltungsprogramm.

Die Heiligtumsfahrt 2014 steht unter dem Leitwort „Zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.“ (Gen 12,1) und überschreibt ihre Veranstaltungen und Publikationen mit der Beschreibung „Glaube in Bewegung“. Diese mehrdeutige Botschaft für alle Christen im Bistum und alle Pilger, die sich auf den Weg nach Aachen machen, beschreibt eine Kirche, die sich immer wieder neu aufmacht, moderne Gesellschaft mit ihren Werten positiv zu gestalten.

Die Bibelstelle aus dem Buch Genesis, aus dem das Leitwort stammt, erzählt von Abraham. Dieser wird von Gott aufgefordert, seine Heimat zu verlassen und in ein ihm völlig unbekanntes Land zu ziehen. Abraham wagt den Aufbruch und lässt sich auf etwas radikal Neues ein. Das Land, in dem er ankommt, wird für ihn, seine Familie und ihre Nachkommen zur Heimat. Die Erzählung ist ein Beispiel für belohnten Mut. Den Mut, allein auf das Wort Gottes zu vertrauen und das Gewohnte hinter sich zu lassen. Das ist Glaube in Bewegung.

 
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